The Curious Case of Benjamin Button

Menschen werden geboren, wachsen heran, machen Erfahrungen, reifen und altern, so ist es immer und wird es immer bleiben.Abgesehen von der einen Ausnahme namens Benjamin Button , der zu Zeiten des 1.Weltkriegs auf die Welt kommt. Benjamin ist nicht wie jedes andere Baby, er erblickt das Licht der Welt mit dem Gesicht eines Greises. Und während er innerlich heranwächst, wird sein Körper mit der Zeit immer jünger. Nachdem ihn sein Vater verstoßen hat, wächst er in einem Altersheim unter Seinesgleichen heran. Dort begegnet er auch der jungen Daisy, die die große Liebe seines Lebens werden soll. Doch Benjamins junger Geist steckt in einem alten Körper und die Gefahr ist groß dass er als junger Mann mit den Leiden eines alten Mannes konfrontiert wird. Button zieht in die Welt hinaus in dem Bewußtsein, daß er nur an einem Punkt in seinem Leben mit Daisy auf einer Höhe sein wird – doch das ist kein Grund, sein Leben nicht zu leben…

13 Oscarnominierungen, eine frische und unverbrauchte Geschichte, Hollywoodstars sowohl hinter als auch vor der Kamera – na was ist das denn? Es gibt wohl kaum einen Film über den zurzeit öfter gesprochen wird – egal ob positiv oder negativ. Das wundert nicht weiter wenn man bedenkt dass der Film an einem Meilenstein wie Forrest Gump gemessen wird. Und tatsächlich ähneln sich beide Machwerke in vielerlei Hinsicht. Doch am Ende muss sich unnahbare Benjamin Button dem Volksliebling Forrest Gump geschlagen geben. Dabei fängt alles bezaubernd an. Eine märchenhafte Optik empfängt den Zuschauer und führt ihn durch hell erleuchtete Gassen, die hell schimmern und einen Hauch von Ewigkeit versprühen.  Dies geht Einhand mit der wirklich bemerkenswerten Tricktechnik und Maske. Brad Pitt und Cate Blanchett beim älter bzw. jünger werden zuzusehen ist sehr faszinierend, da beides ziemlich echt wirkt. Leider dürfen beide Schauspieler nicht mehr als ihr Gesicht hergeben. Die meisten Emotionen kommen im Film immer noch von Benjamin’s Ziehmutter, deren Mutterinstinkt für den Zuschauer deutlich sichtbar wird. Es ist die ständig vorherrschende Distanz zu den Figuren, die dem Film die Seele raubt. Man erfährt alles in Rückblenden, Stück für Stück werden Charaktere und Orte verarbeitet, ohne dass tiefere Beziehungen entstehen. Dabei gäbe es hierfür reichlich Szenen – immerhin wächst Benjamin in einem Altenheim auf und dort sterben einige Leute die ihm nahe stehen. Leider werden die Beerdigungen fix abgefertigt und für den Zuschauer sowie Benjamin verkommen sie fast schon zur Routine. Kein Wunder dass man am Ende aller Dinge nur bedingt gerührt ist, wenn beide Hauptdarsteller aus dem Leben scheiden. So wird doch vorher auch ständig gepredigt, dass der Tod mit zum Leben gehört und nichts Schlimmes sei. Was natürlich keine neue Erkenntnis ist. An dieser Stelle lohnt sich der Blick zu Forrest Gump, denn dessen Story überspannte ebenfalls ein ganzes Leben und diverse Menschen im Leben des FG. Dort schaffte man es eine tiefere Verbindung zu seinen Mitmenschen zu schaffen – z.B. dem Soldaten Bubba, dem rauhbeinigen Captain etc. David Fincher kann diese Nähe trotz 3h Laufzeit nicht erreichen – es bleibt vor allem eine Nabelschau des Kuriosums namens Benjamin Button.

Licht und Schatten finden sich auch bei der musikalischen Untermalung. Die tolle Musik aus dem Trailer ist verschwunden und während des Filmes weht nur noch ein Hauch klassischer Musik durch die Szenerie. Leider so unauffällig, dass sie fast ebenso unter den Tisch fällt wie Benjamin’s Schifffahrtskollegen nach dem einen Drink zuviel. Viel eher fallen da z.B. Songs der Beatles auf, die gewisse Zeitspannen im Film begleiten und helfen die zeitliche Einordnung der Geschehnisse zu wahren, was sehr gut gelingt. Letzten Endes ist „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ mehr Bilderbuch als Roman. Ein Märchen das vor allem durch seine Optik lebt und beeindruckt. Der tiefere Sinn wird dabei sinngemäß im Text auf dem Buchrücken versteckt und kann nicht so zur Geltung kommen wie man es gewünscht hätte. Eine Empfehlung gebe ich hiermit trotzdem ab, denn es bleibt dabei dass man so was nur selten auf der Leinwand sehen kann. Es fasziniert – trotz der offensichtlichen Mängel.

7/10

Für alle Interessierten, denen der Trailer noch nicht gereicht hat, kommen hier Links zu weiteren wichtigen Seiten:

Offizielle Website (englisch) I Offizielle Website (deutsch)

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Ein Kommentar zum Artikel “The Curious Case of Benjamin Button

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