Baraka

Ein in 24 Ländern auf sechs Kontinenten gedrehter Film im Form reiner Bilderfolgen unterlegt mit Klängen, indem Naturaufnahmen mit kulturellen Beobachtungen verbunden werden um die Wechselbeziehungen zwischen Erde und Mensch aufzuzeigen.

Abseits der bekannten Naturdokumentationen entdeckt man noch so manche Perle. Eine Große davon ist ‚Baraka‚ – eine Doku aus dem Jahre 1992. Trotz des Alters sind die Aufnahmen genauso grandios wie in der ‚Planet Erde‚-Reihe, um nur mal die bekannteste Doku als Vergleich zu nennen. Dabei war der technische Aufwand sicher um einiges größer. Bild- und Tonabtastung der neu erschienenen DVD (bzw. Blu-Ray) sind über alle Zweifel erhaben und ermöglichen einen klaren Blick auf die abgebildeten Wunderwerke der Natur. Doch auch abseits der technischen Fakten ist diese Dokumentation etwas Besonderes. Sie kommt ohne Kommentator aus – die, ab und zu durchklingende, sphärische instrumentale Musik wurde extra für den Film eingespielt und ergänzt sich wunderbar mit den Gesängen der Regenwaldbewohner und anderer Urvölker. In der ersten Hälfte entdeckt man die Natur für sich neu, selbst unruhige Menschen werden still und kommen zur Ruhe, wenn Wellen ruhig am Strand brechen oder Wolkenmassen über Bergspitzen streifen. Spätestens in solchen Momenten lernt man zu schätzen, dass niemand dazwischen redet. Leider ist diese Ruhe vergänglich und Schuld daran hat der Mensch, dessen Schaffen die zweite Hälfte bestimmt. Die Maschinen rattern, Autos schlängeln sich wie Ameisen durch die Großstadtschlucht und tausende Arbeiter gehen ihrer (anspruchslosen) Tätigkeit in der Massenproduktion nach. Dass diese Arbeit, dieser pure Stress den ganzen Tag über, nicht glücklich machen kann zeigen die Nahaufnahmen vieler Gesichter. Genau solche Bilder sagen mehr als tausend Worte und wirken durch den Verzicht von Begleiterscheinungen wie Musik sehr intensiv. Durch dieses stumpfe Abarbeiten entsteht jene Gleichgültigkeit dem Leben gegenüber, welche die Menschen wenig später dazu befähigt, andere Lebewesen den rücksichtslosen Klauen der Maschinen ‚zum Frass‘ vorzuwerfen. Und all das tun sie ohne zu merken, dass sie in diesem Moment wieder ein Stück von ihrem eigenen Leben wegwerfen. Und somit wird der Mensch selbst zu der Maschine, die er eigentlich entwickeln wollte.

Der Film ist aktuell wie eh und je, sehr intensiv und empfehlenswert für jeden Menschen da draußen.

10/10

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