Klick

Michael Newman führt eigentlich ein harmonisches Leben mit seiner Frau Donna und seinen beiden Kindern Ben und Samantha. Wenn da nicht sein Chef Ammer wäre, der Michael Überstunde um Überstunde aufbrummt, welche er über sich ergehen lässt – in der Hoffnung, bald befördert zu werden. Dadurch, dass er jede freie Minute mit Arbeiten verbringt, vernachlässigt er seine Familie, was zu großen Spannungen führt. Eines Tages stolpert er jedoch in das Geschäft des Exzentrikers Morty, das sein Leben verändern soll: Morty verkauft ihm eine Universalfernbedienung, mit der er sein Leben neu regeln kann. Zuhause erst bemerkt er, dass sich damit nicht nur das Fernsehprogramm verstellen, sondern auch das Bellen des Hundes leiser stellen oder der Streit mit seiner Frau vorspulen lässt. Schnell findet er Gefallen an der Fernbedienung, bis sie ein Eigenleben beginnt…

Und schon wieder eine neue Adam Sandler-Komödie – wie originell. Dieser Satz wird wohl in vielen Köpfen herumschwirren. Doch irgendwas ist diesmal anders – wieso weint da jemand? Und wieso wird soviel getrauert? Irgendwas ist hier anders – am besten spulen wir zurück und schauen was los ist. Mit Klick wurde versucht eine Komödie mit Tiefgang zu erzeugen, was in Ansätzen sogar gelungen ist. Prinzipiell tut der Charakter von Adam Sandler mit der Fernbedienung erstmal das, was ehrlich gesagt wohl jeder machen würde: Er nutzt sie zu seinem eigenen Vorteil. Was anfangs spaßig mit anzusehen ist, wird später leider zu einer Aneinanderreihung von Flachwitzen und pubertären Späßen á la ins Gesicht furzen. Haha – selten so gelacht. Dass David Hasselhoff das Opfer stellt macht die Sache leider nur bedingt besser. Dessen Auftritte sind abgesehen von dieser einen Szene recht amüsant, die Vergangenheit von Hasselhoff (Baywatch, Knight Rider, peinliche Alkoholexzesse etc.) sorgt automatisch dafür dass man schmunzeln muss wenn er ins Bild rückt.

Nach der Hälfte des Filmes schlägt der Film die eingangs erwähnte Drama-Richtung ein, denn die Fernbedienung gerät außer Kontrolle und Michael verpasst dadurch immer mehr von seinem Leben, um dann in einer herzerweichenden Szene zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Alles etwas kitschig und sehr auf die Tränendrüse drückend, aber was soll ich sagen, hier hat es sogar funktioniert. Leider hat irgendein Funktionär von Columbia Pictures (oder ein anderer Spinner in Hollywood) kalte Füsse bekommen und gedacht „Oh mein Gott! Es ist kein 100%iges Happy-End, die Leute könnten also etwas aus diesem Film lernen. Macht das weg – schnell, schnell!“. Somit hat man das gute Ende gegen ein Allerwelts-Ende eingetauscht, was den Streifen in der Bewertung noch weiter herunterzieht. Optisch war alles schick, musikalisch eher unauffällig (außer dem genialen Song der Cranberries), aber die Rettung ist das sicherlich nicht. Wer Adam Sandler wirklich traurig erleben will, kann sich gerne mal „Reign Over Me“ ansehen, der kurz darauf erschienen ist. Klick hake ich derweil als durchschnittlichen Familienfilm ab, dessen Ansätze zumindest eine Spur Veränderung in der gleichförmigen Erzählweise dieser Filme offenbarte. Ob der Trend anhält? Bisher ist wenig davon zu sehen…

6/10

Reblog this post [with Zemanta]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>